TRUMPAMERIKA – 180 TAGE DONALD TRUMP
Theresianische Gespräche an der Theresianischen Militärakademie
19 07 2017

Wie schon bei den vorangegangenen Gesprächen wurden die Fragen in bewährter Weise durch Dr. Arian Hamidi Faal von der Wiener Zeitung an die Gästerunde gestellt. Hierzu hatte er eine thematische Dreiteilung vorgesehen. Der erste Teil befasste sich mit der Person Donald Trump, im zweiten Teil wurde die Außenpolitik des 45. Präsidenten der USA beleuchtet und der letzte Teil gehörte dem Medienverhalten und den Eigenheiten des US-Präsidenten.

Mit seinen 71 Jahren ist Trump der älteste jemals gewählte Präsident der USA, und ohne je davor ein politisches Amt innegehabt zu haben. Er betreibt eine Politik des Nationalismus und seine Arbeitsmethoden sind sehr spontan - für das politische Establishment zumindest ungewöhnlich. Zudem gleicht das Weiße Haus zunehmend einem Familienbetrieb der Trumps, was, wie im Gespräch festgestellt wurde, ohne Zweifel eine Unvereinbarkeit darstellt. Präsident Trump hat jedoch offensichtlich nur wenige Personen in seiner Nähe, die über entsprechende innen- wie außenpolitische Erfahrung verfügen. Zudem provoziert Trump mit seinem eigenen Medienverhalten und seiner offensichtlichen „Twittermanie" zusätzlich die ohnehin Fragilität der Internationalen Beziehungen und schadet auch den Vereinigten Staaten. Denn alles, was unkontrolliert in die Medien geht, kann auch gegen ihn und damit gegen die USA verwendet werden. In wie weit dies politisches Kalkül oder politisches Unvermögen widerspiegelt, lässt sich so einfach nicht beantworten. In jedem Fall sollte man Donald Trump nicht unterschätzen – warnt der langjähre US-Botschafter und Direktor der Diplomatischen Akademie, Dr. Winkler.
Deutsche Vorfahren
Donald John Trump wurde am 14. Juni 1946 in New York als viertes von fünf Kindern des Immobilienunternehmer Fred Trump und der schottischen Fischerstochter Mary Anne McLeod geboren. Die Eltern seines Vaters, Friedrich Trump und Elisabeth Christ, waren aus Kallstadt in der Pfalz (damals Teil des Königreiches Bayern) eingewandert.
Auf seinem Weg ins Weiße Haus hat Trump zur Überraschung Aller, nicht nur sämtliche republikanischen Kandidaten in den parteiinternen Vorwahlen hinweggefegt, sondern mit dem offensichtlich eindringlichen Slogan „Make America great again" auch die die Herzen der amerikanischen Wählerschaft und damit den Wahlkampf gegen Hillary Clinton gewonnen.
Dass er dabei bewusst „Alternative Fakten" nutzte und mit gezielten Provokationen die Wählerschaft beeinflusste, zeugt von seinem Geschick als Showmaster.
Medialer Gewinner
Ohne Zweifel ist er ein mediales Genie, der sich nicht um die „Political Correctness" kümmert. Zudem weiß er über die Probleme der Bevölkerung Bescheid und spricht die Sprache des Volkes.
In medialer Hinsicht hat der US-Präsident aber sein Ziel erreicht. Sehr viele Menschen konsumieren die Medien, die Trump verbreitet, vor allem über Twitter. Alles richtet sich nach seinem Medienverhalten – er dominiert die Medien! – so Botschafter Dr. Manz.
Rückfall in die Großmachtpolitik
Präsident Trump ist in jeder Hinsicht eine ungewöhnliche Person. Im Selbstverständnis eines „Ich-Unternehmers" ist seine Politik auf ein „Nullsummenspiel" ausgelegt, heißt - es darf nur einen Gewinner geben, die Vereinigten Staaten.
In diesem Selbstverständnis ist Präsident Trump der Meinung, dass die Außenpolitik so zu gestalten ist, dass sie nur den USA hilft. Leider fällt so Trump mit seinem Handeln in die Großmachtpolitik vergangener Zeiten zurück, die sicher nicht die richtige Antwort auf die Realität der Globalisierung darstellt – Bundesminister a.D. Dr. Fasslabend.
Im Zeitalter einer globalisierten oder sich weiter globalisierenden Welt ist sein gewählter nationalstaatlicher Zugang mit „America first" nicht zu halten. Heut zu Tage geht es ohne multilaterale Politik nicht, zudem brauchen bei aller Stärke auch die USA Partner auf dieser Welt.
Im Jahr 2016 hat die Theresianische Militärakademie mit den „Theresianischen Gesprächen" eine Gesprächs- und Diskussionsformat aus der Taufe gehoben, dessen Zielsetzung es ist, mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sicherheitspolitische und geopolitische Aspekte der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Rahmen von Kamingesprächen oder Podiumsdiskussionen zu beleuchten.
Die „Theresianischen Gespräche" sollen sicherheitspolitisch Interessierten innerhalb und außerhalb des Bundesheeres, aber auch den Studierenden an der Theresianischen Militärakademie die Möglichkeit eröffnen, ihren Wissenshorizont zu erweitern und damit ihr Kompetenzfeld zu bereichern.
So waren nicht nur der Kommandant der Landesverteidigungsakademie GenLt Mag. Erich Csitkovitz, sowie Angehörige des Hauses und der Stadt Wiener Neustadt unter den interessierten Zuhörern, sondern auch die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des 22. Stabslehrganges 1 für Milizoffizier und des 43. Führungslehrganges für Milizoffiziere.
Mit dieser hochkarätigen Veranstaltung wird das Institut für Offiziersweiterbildung an der Militärakademie einmal mehr den Anforderungen einer politisch interessierten Personengruppe gerecht.
[Inhalt: Martin PICKL, Vzlt; Bild(er): © Gfr Edelbacher/TherMilAk]