TRUPPENOFFIZIERSLEHRGANG


Ordnungseinsatz


07 08 2017

Die Truppenoffiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie umfasst den Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung (FH-BaStg MilFü) und den vier Teile umfassenden Truppenoffizierslehrgang (TrOLG). Der TrOLG wird begleitend zum FH-BaStg MilFü vor und zwischen bzw. nach den Semestern durchgeführt und vermittelt jene waffengattungs- bzw. fachspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten, welche zur Wahrnehmung der Aufgaben als Kommandantin bzw. Kommandanten eines Jägerzuges in den Einsatzarten und im Frieden befähigen.

Die Berufsoffiziersanwärterin und die Berufsoffiziersanwärter des Jahrgangs „Fürst zu Löwenstein" absolvieren vom 7. August bis zum 1. September 2017 im Rahmen ihrer Ausbildung zum Berufsoffizier den vierten Teil des TrOLG. Der vierte und letzte Ausbildungsabschnitt dient der Befähigung für mögliche Aufträge in der Einsatzart Schutz im nationalen und internationalen Umfeld. Schutz ist eine Einsatzart der Landstreitkräfte mit dem Zweck, wichtige Objekte, Verkehrswege, Räume und Personen vor einem überraschenden Zugriff durch offen oder verdeckt vorgehende gegnerische Kräfte oder zivile Störer zu bewahren.

Dieser Ausbildungsabschnitt ist die logische Fortsetzung und praktische Anwendung des zuvor im 5. Semester des FH-BaStg MilFü absolvierten Moduls „Einsatz im multinationalen Verbund" und die dabei erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen zu erweitern, zu vertiefen und vor allem praktisch anzuwenden. Der vierte Teil des TrOLG beinhaltet die Module „Kampfmittelabwehr aller Truppen" und „Ordnungseinsatz" sowie das zwei Wochen umfassende Modul „Gefechtstechniken in Crisis Management und Crisis Response Operations".

Das Modul „Ordnungseinsatz" wurde 7. bis zum 11. August 2017 zusammen mit den Soldaten des Jägerbataillons 33 im Raum Wiener Neustadt und Großmittel, unter der Ausbildungsverantwortung der Heerestruppenschule, durchgeführt. Der Ordnungseinsatz ist ein taktisches Verfahren des Österreichischen Bundesheeres, welche die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Unterbindung und Befriedung von zivilem Ungehorsam, mit dem Zweck, die öffentliche Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen, umfasst. In diesem Modul wurden daher die relevanten gesetzlichen Grundlagen, Einsatzgrundsätze, Gefechtstechniken, Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von Sonderwaffen und Brandsätzen sowie die Handhabung der Schutzausrüstung zur Führung eines Jägerzuges im Rahmen des Ordnungseinsatzes einer Jägerkompanie vermittelt.

Den Höhepunkt dieser Ausbildung bildete die praktische Anwendung aller zuvor vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen einer Übung am Truppenübungsplatz Großmittel. Dabei kamen Grundwehrdiener des Jägerbataillons 19 zum Einsatz, welche unter Anleitung das von ihnen ausgehende Gefährdungspotential für die eingesetzte Ordnungstruppe erhöhten. Somit wurde sichergestellt, dass die Berufsoffiziersanwärterin und die Berufsoffiziersanwärter möglichst realitätsnahe Führungsaufgaben im Ordnungseinsatz wahrnehmen konnten. Dabei mussten die dafür verfügbaren Jägerzüge durch die Angehörigen des Jahrgangs „Fürst zu Löwenstein" mit den verfügbaren Allschutzfahrzeugen „Dingo" im Ordnungseinsatz geführt werden. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit Elementen der psychologischen Kampfführung, der Militärpolizei, mit Militärhunden sowie mit Unterstützung von Kampfpanzern Leopard realistisch trainiert sowie die relevanten Dienststellen des Bundesministeriums für Inneres erfolgreich in die Ausbildung integriert.

In den folgenden drei Wochen wird die Ausbildung, darauf aufbauend, mit dem Modul „Gefechtstechniken in Crisis Management und Crisis Response Operations" am Truppenübungsplatz Bruckneudorf fortgesetzt.

 

[Inhalt: Mag. (FH) Michael Moser, Major; Foto(s): ©ÖBH/Thomas Lampersberger]